Studienfahrt der FOW 2-2 nach Prag  

Die FOW2-2 war nach den Herbstferien vom 1. bis 6. November auf Studienfahrt in Prag.

Los ging es am Sonntag, den 1. November um 23:00 Uhr vom Delmenhorster ZOB. Aufgrund kurzfristiger Ausfälle (Grüße an Eileen und Marvin!) waren wir mit unseren Lehrern (Frau Wichmann-Göwert, Herr Vajnar) nur noch 20 Personen, die sich den „Luxus“ leisteten, die gesamte Studienfahrt über einen ganzen Bus für sich allein zu haben.

 
 

Trotz mehrerer Pausen waren wir schon um 7:30 Uhr an unserem Hotel   
„U Divadla“, allerdings konnten wir erst gegen 12 Uhr auf unsere Zimmer.

Da wir für vier Tage Mehrtageskarten für alle öffentlichen Verkehrsmittel gekauft hatten, überbrückten wir deshalb die Zeit und fuhren mit Kim, unserer jungen Betreuerin vor Ort, in die Stadt und verschafften uns einen ersten Eindruck und erste tschechische Kronen. Am Abend waren wir dann gemeinsam im Café Slavia, dem wohl berühmtesten Kaffeehaus in Prag. Wir hatten schon zu Hause unsere Gerichte ausgesucht und unsere Bestellung per E-Mail an das Restaurant geschickt. Bei Klavierspiel und Blick auf Moldau, Nationaltheater und Prager Burg war dieses Essen ein besonderes Erlebnis und ein gelungener Abschluss des ersten Tages. Ungewohnt war es übrigens, dass in Teilen des Cafes – wie in fast allen Kneipen, Gaststätten und Restaurants in Prag geraucht werden durfte!

Kim, die alle Führungen leitete und die gesamte Zeit für uns da war, holte uns am nächsten Morgen zur Besichtigung der Altstadt ab. Sie war ein Glücksfall für die Gruppe, da sie uns nicht mit ihrem Geschichtswissen quälte, sondern – für unsere Altersgruppe – interessante Informationen gab. Ein Höhepunkt war am folgenden Tag die Führung in der Kleinen Festung Theresienstadt, das von den Nationalsozialisten als Konzentrationslager benutzt wurde und aus Propagandazwecken für einige Monate zu einem Vorzeigelager gemacht wurde. Die ganze Perversion dieses Lagers wurde bei der Führung – bei angemessenem Wetter: Nebel – und dem anschließenden Besuch im Ghetto-Museum  deutlich.  
  Danach fuhren wir nach Lidice – heute ist dort nur noch eine Gedenkstätte und eine parkähnliche Landschaft zu sehen. 1942 wurde das gesamte Dorf dem Erdboden gleichgemacht, alle Männer getötet und Frauen und  Kinder in das KZ Ravensbrück deportiert. Diese Maßnahmen waren Teil einer Vergeltung gegen die tschechische Zivilbevölkerung nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich, Reichsprotektor für Böhmen und Mähren, somit einer der wichtigsten nationalsozialistischen Funktionäre. Man hatte fälschlicherweise vermutet, dass die Bewohner der Dorfes Lidice den Attentätern Unterschlupf gewährt hätten. Die Ausstellung im Museum war für alle sehr beeindruckend.

An unserem letzten Tag besuchten wir die Prager Burg mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Spätestens im „Goldenen Gässchen“ war dann aber auch der Akku bei allen leer! Denn wir haben nicht nur etwas für unsere kulturelle Bildung getan, sondern hatten ja auch Freizeit – das war mindestens genauso anstrengend!

Ja, es war super. Ja, es war anstrengend. Ja, es gibt noch den halben Liter Bier für 90 Cent. Ja, Prag ist unbedingt eine Reise wert. Ja, wir hatten großes Glück mit dem Wetter. Ja, es ist aber auch schön wieder zu Hause zu sein.